Über 100 Jahre Paul Plate
Gegründet 1904 durch Paul Plate senior und Hermann Buschhaus junior. Die Gründung wurde am 19. Januar 1904 beim Amtsgericht in Hagen eingetragen. Das Unternehmen firmierte als "Wagenfedern- und Werkzugfabrik GmbH, Hagen".
Als Unternehmenszweck wurde im Handelsregister des Königlichen Amtsgerichtes zu Hagen "Fabrikation, Verkauf und Vertrieb von Wagenfedern, Hacken, Hämmern und ähnlichen Artikeln sowie die dazugehörigen Nebengeschäfte" eingetragen. Seitdem ansässig in der Eichendorffstr. 16 in 58089 Hagen.
1911 trennte sich Paul Plate sen. von seinem Teilhaber Hermann Buschhaus jun. Die Firmenbezeichnung wurde in Federnwerke Paul Plate GmbH, Hagen, geändert. Mit großem Weitblick erkannte der junge Fabrikant die Zukunftsaussichten der Automobilindustrie, deren Jugendzeit mit der Gründung seines eigenen Unternehmens zusammenfiel, und versorgte die damals bestehenden Automobilfirmen Benz & Cie., Gottl. Daimer, Büssing, N.A.G. u.a. mit den von ihm produzierten Automobilfedern. Um diese Zeit gab es in Deutschland überhaupt nur zwei Werke, die serienmäßig Automobilfedern herstellten. Außerdem wurden Federn für Pferdegespanne, Kultivatorfederzinken und Federeggenzinken gefertigt.
In diesen Zeitabschnitt fällt eine beachtliche Ausdehnung des Betriebes, da das Automobil in immer stärkerem Umfang die Landstraße zu beherrschen begann und die Zahl der Personen- und Lastkraftwagen ständig wuchs. Dies bedingte nicht nur eine Vergrößerung der Produktionsstätten, sondern auch ein ständiges Schritthalten mit der technischen Entwicklung der Fahrzeuge.
Auch die Eisenbahn wurde Kunde, denn nach langjährigen, von Paul Plate sen. selbst betriebenen Versuchen gelang es, Waggon- und Pufferfedern zur Zufriedenheit dieses schwierigen Kunden herzustellen.
Paul Plate sen. starb am 8. Februar 1931. Das Erbe trat sein Sohn Paul Plate jun., geboren 1907, als der älteste von drei Brüdern, an. Er war bereits am 7. Januar 1930 als Teilhaber in die väterliche Firma eingetreten und setzte nun die Arbeit im Sinne seines Vaters fort.
Am 28. Februar 1945 wurde das Firmengebäude durch einen der letzten schweren Bombenangriffe stark zerstört. Ohne Dach und mit notdürftig zusammengeflickten Maschinen wurde bereits am 24. Juni 1945 die Produktion wieder aufgenommen. Der Neuaufbau begann Ende 1945 mit Hilfe des Unternehmens Friedr. Krupp, das auch Gesellschafter wurde.
Neben der Produktion von Autofedern wurde das Werk einer der größten Erstausrüster für Landmaschinentechnik weltweit und beschäftigte ca. 400 Mitarbeiter am Standort Hagen.
1979 wurden die Anteile der Familie Plate komplett an Fried. Krupp verkauft.
1985 erfolgte die Verschmelzung mit der Firma Krupp Brüninghaus GmbH.
1997 erfolgte die Verschmelzung der Krupp Brüninghaus mit Hoesch Federn zur
Krupp Hoesch Federn GmbH.
1999 erfolgte die Umfirmierung in ThyssenKrupp Federn GmbH.
2005 wurde die Agrartechnik Paul Plate Teil der ThyssenKrupp Bilstein Suspension GmbH.
Am 13. Mai 2011 beschloss die ThyssenKrupp AG ein ganzheitliches Konzept zur strategischen Weiterentwicklung, um den ThyssenKrupp Konzern wettbewerbsfähig zu machen und nachhaltig in die Zukunft zu führen. Bestandteil dieses Konzeptes ist unter anderem die Veräußerung des Federn- und Stabilisatoren- und des brasilianischen Automotive-System-Geschäfts wie auch die Agrartechnik im Rahmen eines Best-Owner-Konzeptes.
Im Zuge dieser Fokussierungdes ThyssenKrupp Konzerns auf seine Kernbereiche wurde der Randbereich Agrartechnik mit Wirkung zum 01. Oktober 2011 an die heutigen Eigentümer veräußert. Ausschlaggebend bei der Entscheidung für den Verkauf an den Investor und Unternehmer Dr. Christian Borsche, die Westfälische Eisen- und Stahlhandelsgesellschaft mbH und den Geschäftsführer Volker Mielisch war das überzeugende industrielle Konzept nach dem Best-Owner-Prinzip, mit dem eine dauerhaft erfolgreiche Weiterentwicklung des über 100 Jahre am Markt tätigen Unternehmens in einem weltweit wachsenden Marktumfeld sichergestellt werden konnte.
Die neu gegründete Agrartechnik Paul Plate GmbH ist als Produzent und Anbieter von qualitativ hochwertigen Zinken und Federn für die Agrarindustrie weltweit einer der größten Erstausrüster für Landmaschinentechnik und wird zukünftig in einer mittelständischen Unternehmensstruktur als Kerngeschäft weitergeführt, durch externes Know-how gestärkt und durch die Erweiterung des Kunden- und Produktportfolios strategisch ausgebaut.